Direkt zum Hauptbereich

Posts

Guten Rutsch!

Ab und zu hört man die Leute rätseln wo der Ausdruck herkommt, wenn zum Jahreswechsel "Guten Rutsch!" gewünscht wird. Manche sagen vom jüdischen "rosch haschana", andere verweisen auf das Glatteis, das es früher regelmäßig an Neujahr gab, beides ist falsch.
Erste Belege für den Ausdruck finden sich in Zeitschriften und Kurzgeschichten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und dort nicht auf den Jahreswechsel bezogen, sondern als Wünschen einer guten Reise, einer guten Fahrt, vergleichbar dem englischen "godspeed". 
Und von da hat es sich übertragen auf das Wünschen einer guten Reise durchs neue Jahr am Jahresende. Vielleicht stand die Idee der "Lebens als Reise" Pate, eines beliebten Predigtmotivs ab der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts - eine Allegorie auf das Älterwerden als Weg durch schicksalhafte Wendungen. 
Das Wort "Rutschen" kommt dazu noch vom mittelhochdeutschen "rütschen" oder "rützen", sich fortlaufend u…

Die Wiedereinführung der Sünde

In Schweden wird zur Jahresmitte 2018 ein neues Gesetz, das Einverständnis-Gesetz, in Kraft treten, das zwei neue Tatbestände einführt, die „unachtsame Vergewaltigung“ und den „unachtsamen sexuellen Übergriff“. 
Aus der Opt-out-Regelung im zwischenmenschlichen Verkehr wird eine Opt-in-Regelung. 
Damit ist Schweden derzeit einzigartig auf der Welt und hat damit in vielen Ländern eine heftige Diskussion über den Tod der Romanze und Diskriminierung der Männer ausgelöst. Abgesehen davon, dass diese Regelung für alle Varianten und Paarungen der Geschlechter und sexuellen Orientierungen gilt, geht die Diskussion am Hauptproblem vorbei. 
Sexualität wird kriminalisiert und zwar einseitig. 
Nicht die Nötigung und der Zwang stehen im Vordergrund der Gesetzgebung, sondern der sexuelle Akt. Damit wird wieder ein "sündhaftes" Verhalten gesetzlich verankert, wie es schon in mittelalterlichen Zeiten unter dem Einfluss und der Herrschaft religiöser Organisationen Usus war.
Dies schafft ein U…

Ofenpfannkuchen und Quittenkompott

Mit den letzten Quitten des Jahres ein einfaches Hauptgericht, das aber seine Zeit braucht, zu zaubern ist jedem möglich.
Fangen wir mit dem Quittenkompott an, das kann man lange vorher zubereiten und kalt reichen oder unmittelbar und den Ofen für die Pfannkuchen vorheizen, wenn die Quitten anfangen zu köcheln (alle Angaben für 2 Personen:
Zutaten 500 ml Wasser200 g ZuckerMark einer halbe Vanille-Schote1 TL Zimtblüten vom echten Zimtbaum (Ceylon)1/2 TL Zitronensaft500 g Quitten1 EL Zitronensaft
Das Wasser mit dem Zucker, der Vanille, dem halbe TL Zitronensaft und den Zimtblüten bringt man unter Rühren zum Kochen, lässt ein bis zwei Minuten kräftig kochen und stellt es auf die Seite.
Jetzt gibt man in eine Schüssel, die zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist den EL Zitronensaft. Schält die Quitten mit dem Sparschäler und schneidet sie in schmale Spalten (1/16 oder 1/12). Die gibt man gleich in die Schüssel mit Zitronenwasser, damit sie nicht braun werden. Dort kann man auch Teile größerer Q…

Aglio Olio mit Spinat und Paprika

Keine Zeit zum Kochen? Dieses Gericht ist in 15 Minuten gemacht. Und das dauert auch nnur solange, weil man warten muss, bis das Wasser für die Pasta kocht. Dann braucht es noch 3-4 Minuten für die Mais- oder Linsen-Nudeln. Der Rest lässt sich in der Zwischenzeit zubereiten und besondere Kenntnisse sind auch nicht gefragt. Das Auspacken einer Pizza ist komplizierter und das Vorheizen des Backofens dauert länger.
Was braucht man an Zutaten für 2 Portionen?
150 g Pasta aus gelben Linsen oder Mais, die kräftige gelbe Farbe gibt dem Gericht noch mehr Farbe, deshalb sollte man auch die klassischen tiefen Pasta-Teller aus Italien verwenden,120 - 150 g roten Spitzpaprika3 - 4 große Knoblauchzehen5 EL Brat-Olivenöl50 g BabyspinatSalz und Pfeffer aus der Mühle50 g Parmesan (12 Monate oder älter), gehobelt (geht auch mit einem Sparschäler)

Wasser für die Pasta zum Kochen bringen, dann die Pasta nach Anleitung kochen.
In dieser Zeit schneidet man den Paprika in dünne Ringe, sortiert den Babyspin…

Kiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitsch, jawoll, ja ...

Ausgerechnet am Allerheiligentag, einem Tag an dem viele das einzige Mal im Jahr den Friedhof besuchen, hatte am Nationaltheater Mannheim eine fröhliche Oper für die ganze Familie Premiere. "Cenerentola" von Gioacchino Rossini. Eine Oper, die vor 100 Jahren uraufgeführt wurde, wegen ihres zeitlosen Märchenmotivs vom Aschenputtel immer noch mit wenig Änderungen genießbar bleibt.
Die Regisseurin Cordula Däuper ermöglicht durch ihre Inszenierung - äußerlich im Fin de Siècle angesiedelt und mit Elementen der Popkultur des 20. Jahrhunderts gespickt - genial, dass alle Generationen Elemente in der Aufführung finden, die ansprechend und unterhaltsam sind. Die Titelheldin ist selbstbewusster angelegt und die Ausbeutung der Frau steckt schon immer unübersehbar im Aschenputtel-Motiv. Trotz den räumlichen Begrenzungen des NTM und dem bekannt knappen Budget der Mannheimer gelingt es dem Bühnenbild von Ralph Zeger und den Kostümen von Sophie du Vinage nicht nur den Zauber des Märchenmot…

Oberschale vom Schwein mit Süßkartoffeln

Ein schnell zubereitetes Gericht, das man je nach Saison noch mit einem grünen Salat ergänzen kann.

Zutaten für 2 Portionen:

400-450 g Oberschale vom Schwein am Stück, mindestens daumendick,

1 EL hitzefestes Bratöl
1 EL grobkörniger Senf
1 TL frischer Rosmarin, fein gehackt
1 TL Paprika, Pulver edelsüß
1 MSp Bockshornklee, Pulver
Salz

1 Tasse neuer Wein, herb 1 EL Sahne
1/2 TL Worcestersoße (oder ersatzweise Herbadox, Teriyaki usw.)
1/2 TL Stärke
1 MSp schwarzer grob gemahlener Pfeffer

300-350 g Süßkartoffel, geschält und in Stifte geschnitten
1 EL hitzefestes Bratöl
Salz
1 EL frisch gehackter Kerbel oder Petersilie
Zubereitung:
Süßkartoffelstifte bei mittlere Hitze in Öl und Salz für 15 bis 20 Minuten unter häufigem Wenden garen.
In der Zwischenzeit die Oberschale in daumendicke Scheiben schneiden und in einem Gemisch aus Öl, Senf, Rosmarin, Paprika, Bockhornklee und Salz wenden. Kann auch mehrere Stunden marinieren.
Bei mittlerer Hitze (4 von 6) in der Pfanne unter häufigem Wenden …

Massenmord, Domestic Terrorism oder Amoklauf - USA im Waffenwahn?

Über das vergangene Wochenende kam es nicht nur zu der üblichen Anzahl Toten durch Schusswaffengebrauch in den USA - es gab auch wieder einen Massenmord mit mehr als zwei Dutzend Toten in einer Kirche in Texas. Wie schon bei dem Anschlag auf ein Konzert in Las Vegas kamen Schnellfeuerwaffen zum Einsatz und die internationale Gemeinschaft fragt sich, warum die USA nicht in der Lage sind diese immer häufiger vorkommenden Massenmorde aufzuhalten. Warum der Staat nicht eingreift und beispielsweise die Waffengesetzgebung verändert.
Man darf diese US-amerikanische Stammeskultur nicht mit unserer fortentwickelten Gesellschaft vergleichen. Wir haben es hier mit einer spätmittelalterlichen Form des Zusammenlebens zu tun, vergleichbar der vorrevolutionären Epoche in Europa. Ohne den gesellschaftlichen Umbruch der Jakobiner, der Aufklärung und der napoleonischen Säkularisierung, Verwaltungs- und Justizreformen würden vielleicht in Europa auch noch diese Zustände herrschen.
In den USA finden wir …